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13 Okt 2019

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Mein erster Marathon – der lange Weg vom Sportlehrer zum Marathonläufer

Staatsexamens-Prüfung, Hochzeit, 30. Geburtstag und dann noch die Teilnahme am GENERALI MÜNCHEN MARATHON 2018 – das Jahr hält für Nik Brunner so einige schöne Erlebnisse und Meilensteine bereit. Damit ist er einer von rund 30.000 Teilnehmern, die am 14. Oktober in der bayerischen Metropole an den Start gehen werden. Davor heißt es möglichst viele Kilometer mit den Laufschuhen sammeln, um sich optimal auf die große Herausforderung im Herbst vorzubereiten. Wir stellen euch den 29 Jahre jungen Förderschullehrer aus Schwabhausen bei Dachau kurz vor und bieten euch die Gelegenheit, ihn ein kleines Stück auf seinem Weg zum Ziel im Münchner Olympiastadion zu begleiten.

 

Zlatan Ibrahimovic auf der Marathondistanz?

Nik sieht nicht gerade aus wie ein Leistungssportler, sondern eher wie ein südamerikanischer Weltenbummler, der bevorzugt zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist. Ein Hauch vom schwedischen Fußball-Profi Zlatan Ibrahimovic ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Letztendlich spielt das Aussehen aber keine Rolle bei der Entscheidung des jungen Referendars, sich für die Marathonstrecke zu entscheiden und damit ein großes Ziel für das Jahr 2018 zu setzen. Sportlich ist Nik allemal, schließlich hatte der 29jährige ursprünglich Förderschullehramt für Kinder mit emotionalem und sozialem Förderbedarf studiert. Einer der Schwerpunkte war dabei Sportdidaktik und Sport als Lehramt. Seit zwei Jahren unterrichtet er nun sowohl eine sechste als auch eine siebte Klasse mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren am sonderpädagogischen Förderzentrum in Fürstenfeldbruck. Anders als beim klassischen Beruf als Sportlehrer geht es dabei aber weniger um den Leistungsansatz, als vielmehr um den Spaß am Sport und an der Bewegung.

 

Ich will schneller im Ziel sein, als mein Lauf-Buddy!

Doch wie kommt ein Referendar, der aktuell über beide Ohren im Prüfungsstress steckt und am 18. Mai obendrein noch heiratet, überhaupt auf die Idee, einen Marathon zu laufen? Angefangen hat alles mit dem Gedanken, den eigenen Hund joggenderweise Gassi zu führen. Weil eine Runde per Fahrrad für den Vierbeiner dann doch etwas zu anstrengend sein könnte. Fit ist der junge Pädagoge also definitiv. Einen echten Anlass für seine Teilnahme am GENERALI MÜNCHEN MARATHON existiert so gesehen jedoch nicht. Natürlich will sich Nik selbst auch etwas beweisen, sich zu etwas „zwingen“ und generell fit werden. Aber vielleicht war der tatsächliche Grund dann doch ein Freund, der schon mehrfach einen Marathon absolviert hat und mit dem er auf einer Skitour kurzerhand den Entschluss für die Teilnahme an einem Marathon gefasst hat. Gesagt getan, zwar trainiert seitdem jeder für sich allein, aber insgeheim möchte Nik dann doch schneller im Ziel ankommen als sein Lauf-Buddy. Allein schon, um demjenigen beweisen zu können, dass man einen Marathon auch ganz locker angehen kann – ohne dafür unbedingt verbissen und hart trainieren zu müssen.

Nik selbst hat bisher noch nie einen Marathon absolviert oder an einem vergleichbaren Laufevent teilgenommen. Dementsprechend hat er auch keine Ahnung, was ihn am 14. Oktober in München erwarten wird: „Ich will versuchen, erst einmal langsam zu beginnen, um mich dann je nach Form zu steigern und konstant bis ins Ziel zu laufen“. Angst hat er demnach lediglich vor Muskelkrämpfen: „Ich hatte zwar noch nie welche, aber das stelle ich mir als absoluten Horror vor. Wenn man bei Kilometer 20 oder 30 plötzlich Krämpfe bekommt und sich dann den Rest der Strecke nur noch ins Ziel quält“. Damit Zweifel gar nicht erst aufkommen, soll Musik auf den Ohren für die nötige Ablenkung sorgen.

 

Einfach nur ankommen oder doch in unter 4 Stunden schaffen!

Und was hat sich Nik als persönliches Ziel gesetzt? Seiner Meinung nach ist es gut, dass wir seine kleine Geschichte hier auf der Website des GMM veröffentlichen, denn dadurch ist es quasi unmöglich, sich auf den letzten Metern bis zur großen Herausforderung doch noch zu drücken. „Ursprünglich wollte ich es einfach nur bestehen, aber mittlerweile denke ich, vielleicht klappt es ja sogar unter vier Stunden“. Ein sportliches, aber nicht unmögliches Ziel, das Nik auch davon abhängig macht, wie es im Training bis zum eigentlichen Startschuss läuft. Noch ist Nik nicht exzessiv unterwegs, sondern legt nur zweimal pro Woche ein paar Kilometer zurück. Allerdings soll der Umfang bis zum Marathon konstant gesteigert werden. Noch bleiben ihm 6 Monate, um sich optimal vorzubereiten. Dabei unterstützt wird er von Kathrin Messer von Bloomergy|m, die als studierte Sportpsychologin und ausgebildete Personal Trainerin einen individuell zugeschnittenen Trainingsplan erstellt hat.

Darüber hinaus nutzt Nik die „runtastic App“ und einen von den Betreibern extra bereitgestellten Laufplan zur optimalen Vorbereitung auf die Marathon-Distanz. Allerdings beinhaltet dieser nur das reine Lauftraining an sich und soll durch die spezifischen Übungen des individuellen Trainingsplans noch zusätzlich ergänzt werden. Die längste von Nik selbst zurückgelegte Strecke beträgt aktuell rund 20km, ansonsten pendeln sich die absolvierten Trainingseinheiten in der Regel bei 10km ein. Es liegt also noch eine Menge Arbeit vor ihm, um die 42,195 Kilometern am Ende erfolgreich zu meistern, um sich ein verspätetes Geschenk zum 30. Geburtstag am 14. Oktober zu bescheren. Wir drücken die Daumen.

 

5 goldene Regeln für eine erfolgreiche Marathon-Teilnahme!

Einen Marathon läuft man in der Regel nicht aus dem Stand, sondern erfordert vielmehr eine optimale Vorbereitung und jede Menge zuvor zurückgelegte Laufkilometer. Worauf ein Marathon-Neuling generell im Vorfeld achten sollte, hat Lauftrainer Ralf Nöst aus Kiel in seinen „Big 5“ für euch zusammengefasst:

Körperliche Fitness: Herz und Kreislauf sollten vorab medizinisch vom Haus- oder Sportarzt durchgecheckt werden. Auch orthopädisch sollte alles fit sein.

Erfahrung: Mindestens 2 Jahre Lauferfahrung sind wünschenswert, aber kein Muss. Ideal ist auch die Teilnahme an kleineren Wettkämpfen bzw. Volksläufen im Vorfeld, um sich an den besonderen „Spirit“ eines solchen Laufevents zu gewöhnen.

Umfeld: Auch das persönliche Umfeld (Familie, Freunde, Kollege, etc.) sollte man in den 6 Monaten vor dem eigentlichen Startschuss darauf vorbereiten, dass der Laufsport und das Training einen zentralen Punkt im Leben darstellen, um den individuell erstellten Trainingsplan bestmöglich einhalten zu können.

Ausrüstung: Mindestens 2 Paar Laufschuhe werden benötigt, genauso wie entsprechende Laufbekleidung für alle Witterungen, ein Herzfrequenzmesser sowie ein Trinksystem bei längeren Strecken. Wer unterwegs Musik auf den Ohren haben und die Strecke aufzeichnen will, kann auch ein Handy mit einer Laufapp wie Strava oder runtastic mitnehmen.

Planung: Je nach Erfahrung, sollte 12 oder 24 Monate vor dem Marathon mit dem Training begonnen werden. Idealerweise holt man sich die professionelle Unterstützung durch eine/n Lauftrainer/in und lässt sich einen individuellen Trainingsplan erstellen.

 

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